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Impuls zum 1. November 2026

Zu Allerheiligen und Allerseelen

Von Albert Hohmann (Föhren), pax christi Trier

Wir begehen Allerheiligen und Allerseelen. Dabei denken wir an viele Menschen aus der christlichen Geschichte, aber auch aus unserer Familie, unserem Dorf, unserer Stadt. So kann lebendig werden, was sie geprägt hat.

Matthäus 5
1 Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach.
3 Selig, die arm sind vor Gott; / denn ihnen gehört das Himmelreich. 
Selig der Menschensohn, der nichts hat, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Selig Klara von Assisi, die aus reichem Hause stammend schon als Kind für Arme sorgte und es später vorzog, in Armut zu leben.
4 Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden. 
Selig Jesus Christus, der über den Tod seines Freundes Lazarus und über das Schicksal Jerusalems trauert.
Selig Marta und Maria, die um ihren Bruder trauern. Jesus verwandelt ihre Trauer in Freude.
5 Selig die Sanftmütigen; / denn sie werden das Land erben. 
Selig Jesus von Nazareth, der verhindert, dass die sündige Frau gesteinigt wird. Er sagt, sie könne ein anderes Leben führen.
Selig Franz von Asissi, er nennt die Sonne, den Wind, das Feuer Bruder; den Mond, das Wasser, die Mutter Erde Schwester.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden gesättigt werden. 
Selig Jesus von Nazareth, der für Feindesliebe und Versöhnung eintrat.
Selig Dom Helder Camara, den das Elend in Rio de Janeiro nicht losließ und ihn in Recife zum Streiter für Land- und Sozialreformen machte.
7 Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.
Selig Jesus von Nazareth, der die Barmherzigkeit Gottes aufzeigte.
Selig Elisabeth von Thüringen, die schon als Landgräfin ein Herz für die Armen hatte.
8 Selig, die rein sind im Herzen; / denn sie werden Gott schauen.
Selig Jesus Christus, der sich nicht verführen ließ, um Gott untreu zu werden. Er lehnte Macht, Ehre und Reichtum ab. 
Selig Alfred Delp und Dietrich Bonhöffer, die dem Diktator Hitler Widerstand leisteten.
9 Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 
Selig Jesus von Nazareth, der sich von Gewalt distanzierte und Wege zum Frieden aufzeigte.
Selig Max Josef Metzger, der nach dem ersten Weltkrieg zum Pazifisten wurde und sich unermüdlich für den Frieden einsetzte.
10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; / denn ihnen gehört das Himmelreich. 
Selig Jesus von Nazareth, der Kranken und Sündern eine Zukunft gab; der Vater im Himmel sagt: Das ist mein geliebter Sohn.
Selig Franz Jägerstätter, der sich weigerte an einem ungerechten Krieg teilzunehmen und dafür hingerichtet wurde. Er ist bei Gott und den Menschen nicht vergessen.
11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Selig Jesus von Nazareth, dessen Botschaft vom Himmelreich bei den Großen seines Volkes Anstoß erregte. Sie verleumdeten ihn beim römischen Statthalter Pilatus.
Selig Oskar Romero, dessen Predigt des Evangeliums ihm Verfolgung und Tod brachte.
12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

In der Offenbarung wird das so beschrieben
9 Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, gekleidet in weiße Gewänder, und trugen Palmzweige in den Händen. 10 Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm. 

Ein Lied 
(Wer die Melodie kennt, kann es singen; das gibt größere Tiefe)

1) Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt, selig seid ihr, wenn ihr Lasten tragt. 
2) Selig seid ihr, wenn ihr lieben lernt, selig seid ihr, wenn ihr Güte wagt. 
3) Selig seid ihr, wenn ihr Leiden merkt, selig seid ihr, wenn ihr ehrlich bleibt.
4) Selig seid ihr, wenn ihr Frieden macht, selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.

Huub Oosterhuis

Sein Wort will diese Welt ganz umgekehrt:
Die wir jetzt weinen, lachen wieder,
und Wohnung hat, wer hier das Dach entbehrt, 
und Durst und Hunger sind vorüber, 
fruchtbar wird der Kinderlose, Vater der Vaterlose.
Menschen werden anders, und es wächst 
des Friedens Stadt für Hoffnungslose.

Ein Versuch aus dem Alltag in der Gegenwart, der die Seligpreisungen ergänzt
S e l i g, die Ihre Position nie ausnützen – denn sie werden geachtet werden.
S e l i g, die nie beleidigt oder enttäuscht sind – denn sie werden das Klima prägen.
S e l i g, die unterliegen und verlieren können – denn der Herr kann dann gewinnen.
S e l i g, die das Interesse des/der anderen lieben wie ihr eigenes – denn sie werden Frieden und Einheit stiften. 
S e l i g, die immer bereit sind, den ersten Schritt zu tun – denn sie werden entdecken, dass der andere viel offener ist, als er es zeigen konnte.
S e l i g, die nie sagen: Jetzt ist Schluss! – denn sie werden den neuen Anfang finden.
S e l i g, die erst hören und dann reden – denn man wird ihnen zuhören. 
S e l i g, die das Körnchen Wahrheit in jedem Diskussionsbeitrag heraushören – denn sie werden integrieren und vermitteln können.